Chill-Out-Raum mit Shisha
Was die tumbe Charlotte, die dicke Tine und die irre Sonja aus dem TV noch nicht in ihren Einrichtungsshows präsentiert haben - oder vielleicht auch doch, man kann sich ja nicht jede Home Improvement Sendung geben - lässt sich leicht auch ohne Hilfe eines hungrigen TV-Teams schaffen: Ein chilliger Shisha-Raum im orientalischen Dekor. Dazu kann man allerhand günstig zu beschaffender Textilien und Kleinkram nehmen, zum Beispiel Mandaladecken, die oft schon für wenig Geld zu haben sind und als Überwurf für ein Sofa oder eine Matratze dienen können. Oder auch als Wandbehang, dahinter kann man Beispielsweise eine Lampe platzieren, die durch den dünnen Stoff hindurch ein schönes Licht wirft. Farbige Gläser oder Flaschen, Gefäße für Kerzen mit Glasmosaiken et cetera, können mit Teelichtern kombiniert werden, um eine schöne Athmosphäre zu schaffen. Die Wände kann man mit Schablonen und Farben in den richtigen Erdtönen ansprechend gestalten. Was für den Orientalisten haarsträubend erscheint, kann aus ästhetischen Gesichtspunkten eine gute Symbiose eingehen, warum nicht auch tibetische Gebetsfahnen, japanische Spruchbänder und buddhistische oder hinduistische Figuren platzieren? Räucherstäbchen sind ohnehin ein Muss, bei bekannter Unverträglichkeit aufdringlicher Parfümgerüche hilft regelmäßiges Lüften allemal, um athmossphärische Störungen auszugleichen. Als Musik empfiehlt sich ein Ausflug in die meist sehr tiefpreisige Weltmusikabteilung des Musikladens, fernöstliche Chill-Out-Musik, Sitarklänge oder das Heulen des Präriewolfs auf Musikcassette oder Minidisk schaffen eine entspannte Athmössphäre. Ein ansprechendes Teegedeck und edle Schokoladenherbe nehmen auch den Geschmackssinn ein. Wer sich in der Lage sieht, sich mit etwas Theorie zu befassen, sollte sich mit einer Feng-Shui-Optimierung der Räumlichkeiten auseinandersetzen, die verwinkelte Dachkammer aber - soviel sei verraten - wird Qi, Chakra, Kurkuma und Bodi nicht frei genug fließen lassen, um allein dadurch ins Nirvana auf-,ab- oder umzusteigen.
Dafür empfiehlt sich dann natürlich das wichtigste im Raum: Eine schöne Shisha, vielleicht auch mehrere abwechslungsreiche Exemplare der Orientalische Wasserpfeife. Vor allem ein kunstvoll gefertigtes Glas schmückt ungemein, der aufsteigende wohlriechende Rauch verführt auch die archaischsten Sinne, ein Rilkegedicht, aus moderner fünffingriger Hand rezitiert, dazu und schon sind Herz und Denk in harmonischem Gleichschlag.
Eingestellt: 30.11.2007 Zugriffe: 417 | Anzahl Wörter: 332 | PDF-Ansicht
Über den Autor
Sandro Weißgärber (brotzeit@hemplinks.net)
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