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Entwicklung des zweiten Gesundheitsmarkt

Im Juli diesen Jahres veröffentlichte Roland Berger Strategy Consultants eine Studie zum zweiten Gesundheitsmarkt. Eine Untersuchung, die deutlich macht, dass es sich hier um einen Zukunftsmarkt handelt. Immer mehr Menschen haben den Wunsch, aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun und dafür geben sie auch immer mehr Geld aus. Für die Befragung wurden 1000 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren herangezogen und es zeigte sich, dass fast alle, unabhängig von Alter oder Einkommen etwas für ihre Gesundheit tun möchten. So hat sich inzwischen ein Marktvolumen von jährlich 60 Mrd. EURO aufgebaut. Und die Nachfrage wäre sogar noch größer. Beim heutigen Stand der Nachfrage könnten ganze 76 Mrd. EURO umgesetzt werden.

Der zweite Gesundheitsmarkt, das umfasst alle privat finanzierten Gesundheitsdienstleistungen und Produkte. Es handelt sich hier z.B. um Vorsorgeuntersuchungen, Kosten für alternative Medizin, Sport und Wellness oder auch um Angebote bezüglich gesunder Ernährung. Der Trend geht in Richtung gesunde Lebensweise und tangiert somit enorm viele Lebensbereiche. Das bezieht sich heut nicht mehr nur auf Alternative Medizin oder zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen. Das geht hin bis zum Kauf eines Jogurts mit bestimmten Kulturen oder zum Kauf einer Kleidung ohne bestimmte Chemikalien. Auch der Urlaub soll so sein, dass er die Gesundheit fördert. Das eröffnet dem Markt natürlich ein riesiges Potenzial für neue Geschäftsmodelle, durchaus auch denkbar im Bereich des ersten Gesundheitsmarktes.

Das Gesundheitsbewusstsein ist allerdings von Mensch zu Mensch verschieden. Roland Berger definierte im Zuge seiner Untersuchung daher 5 Grundtypen. Diese sind:

  • Typ 1: die rundum Aktiven
  • Typ 2: die sorglosen Sportler
  • Typ 3: die traditionellen Minimalisten
  • Typ 4: die passiven Zauderer
  • Typ 5: die selbstkritischen Interessierten

Das bedeutet, dass der Markt beim Absatz diese 5 Typen unterschiedlich bedienen muss.

Die Ergebnisse der Studie in der Zusammenfassung:

  • Erwachsene geben durchschnittlich 900 Euro für ihre Gesundheit aus und das zusätzlich zu den Kosten für die Krankenversicherung.
  • Das Marktvolumen umfasst heute bereits jährlich 60 Mrd. EURO, wobei eine zusätzliche Nachfrage von 16 Mrd. EURO vorhanden wäre. Die Nachfrage ist derzeit noch größer als das Angebot.
  • Es gibt 5 verschiedene Gesundheitstypen.
  • Der zweite Gesundheitsmarkt bietet Unternehmen Möglichkeiten zu neuen Geschäftsmodellen.
  • Auch Anbieter des klassischen Gesundheitswesens können Angebote für den zweiten Gesundheitsmarkt entwickeln und anbieten.

Eine weitere interessante Untersuchung wäre, inwiefern dieses Wachstum des zweiten Gesundheitsmarktes sich auf die private Krankenversicherungswirtschaft auswirkt. Fördert der Wunsch nach gesunder Lebensweise und das Aufbringen von mehr Geld für den Gesundheitsbereich den Verkauf von privaten Zusatzversicherungen? Wird dieses Bedürfnis die Angebote bzw. Tarife von privaten Zusatzversicherungen verändern? Auf alles Fälle scheint sich eine gesunde Lebensweise für die Krankenversicherungen, egal ob privat oder gesetzlich, zu rechnen. Daher wird von Seiten der Krankenversicherungen ja auch immer stärker versucht, auf die Versicherten durch Weitergabe diverser Boni auf das Verhalten Einfluss zu nehmen. Einige gesundheitsfördernde Maßnahmen werden von den Kassen daher auch mit finanziellen Mitteln bezuschusst.

Weitere Informationen und Diskussionen finden Sie hier:
Informationen zu den Bonussystemen gesetzlicher Krankenkassen
Informationen für Studenten zu privaten Krankenversicherungen

Eingestellt: 20.09.2007 Zugriffe: 293 | Anzahl Wörter: 470 | PDF-Ansicht

Über den Autor

Florian Meier, flomi (at) mail-muenchen.de


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