Das Handy als soziologisches Phänomen
Was haben die Menschen gemacht, bevor das Handy erfunden wurde? Wollte man jemanden fernmündlich erreichen, so nahm man das gute alte Haustelefon und rief den Gesprächspartner an. Ging dieser nicht ans Telefon, war er nicht zu Hause - man probierte es später noch mal. Will man jemanden über das Festnetz erreichen, so erlebt man dieses Szenario auch noch heut.
1983 revolutionierte Motorola mit dem DynaTAC 8000X den Telekommunikationsmarkt und das, obwohl das Gerät fast ein Kilogramm wog und mit den Maßen 33 x 4,5 x 8,9 cm riesig im Vergleich zu den heutigen Geräten war. Dieses Mobiltelefon kostete rund 3.995 Dollar und war daher nur den besser Verdienenden vorbehalten, dennoch konnte Motorola ein Jahr später schon einen Absatz von 300.000 Stück verzeichnen. Trotz der Pionierrolle von Motorola wird der Markt heute von Nokia beherrscht. Bei den Smartphones scheint Blackberry diese Rolle spielen zu wollen.
Heute werden die Mobiltelefone im deutschen Sprachraum meist als „Handy“ bezeichnet. Die Schlussfolgerung dieser Begriff stamme aus dem Englischen ist aber falsch, obwohl es so klingt. Im Amerikanischen oder Englischen wird das Mobiltelefon „celluar phone“ oder „mobile phone“ genannt. Das Wort „Handy“ hat wohl ein Deutscher „kreiert“. Das Wort passt ergo hervorragend in die Kategorie „Denglisch“.
Wo es „damals“ gerade mal 300.000 Mobiltelefone gab, gibt es mittlerweile ca.1,35 Milliarden Handys. Es gibt Länder, wo statistisch jeder zweite mindestens ein Handy besitzt. Das Aussehen der modernen Handys hat sich ja bis jetzt auch sehr verändert: fast alle verschwinden nahezu in der Hand und können von Radio über Internet bis hin zum Organizer fast alles. Experten bezeichnen mittlerweile Handys als „gesellschaftliches Phänomen“.
Ständig klingelt oder piepst es irgendwo, man könnte fast meinen, das Handy fungiere als „gesellschaftlicher Kontrollapparat“. Man muss ständig erreichbar sein. Ist das Handy mal ausgeschaltet, muss man sich gleich dafür rechtfertigen. Man ist also immer und überall erreichbar - auch im Urlaub und in der Freizeit. Psychologen raten sogar öfter mal das Handy auszuschalten. Es gibt zwar bisher keine Beweise dafür, dass die Strahlen schädlich sind, Folgeschäden können aber dennoch nie ausgeschlossen werden. Heute ist im Lieferumfang eines Handys üblicherweise allerhand Handyzubehör inbegriffen. Hierzu können die Handykamera, ein Headset oder Datenkabel gehören.
Eingestellt: 17.07.2007 Zugriffe: 387 | Anzahl Wörter: 354 | PDF-Ansicht
Über den Autor
Klaus-Martin Meyer
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