Value Investing - wertorientierte Geldanlage
Zusammenfassend lässt sich die Anlagephilosophie des Value Investing (zu deutsch: wertorientierte Geldanlage) wie folgt beschreiben. Finden Sie einige wenige Unternehmen, von denen Sie etwas verstehen und die über hervorragende wirtschaftliche Eigenschaften sowie ein intelligentes und ehrliches Management verfügen. Investieren Sie in Aktien dieser Unternehmen mit einer Sicherheitsmarge. Das bedeutet, dass die Aktien an der Börse unter ihrem tatsächlichen wirtschaftlichen Wert gehandelt werden. Dabei erhöhen sich die Chancen auf eine überdurchschnittliche Anlagerendite, indem Sie sich auf wenige aussichtsreiche Aktien beschränken.
Diese Vorgehensweise steht jedoch in krassem Widerspruch zur allgemein vorherrschenden Lehre, die zum Schutz vor Verlusten eine möglichst breite Diversifikation der einzelnen Anlageobjekte, beispielsweise in Investmentfonds, empfiehlt. Dagegen verlassen sich Value Investoren eher auf eine gründliche Fundamentalanalyse der Aktien, in die sie investieren. So konzentrieren sich diese Anleger beispielsweise auf Aktien von Unternehmen, die eine hohe Eigenkapitalrendite aufweisen, über möglichst vorhersehbare und in der Tendenz steigende Umsätze und Unternehmensgewinne verfügen und zu wirtschaftlich sinnvollen Preisen (= Aktienkurse) zu kaufen sind.
Diese Anlagestrategie wurde zu Beginn der 1930er Jahre inmitten der Weltwirtschaftskrise von Benjamin Graham entwickelt und erstmals in seinem 1934 erschienen Werk "Security Analysis" veröffentlicht. Warren Buffett, der erfolgreichste Investor des 20. Jahrhunderts, sieht sich selbst als denjenigen, der die von Graham aufgestellten Thesen in der Praxis bewiesen hat. So wurde er alleine durch Kapitalanlage hinter Bill Gates zum zweitreichsten Menschen der Gegenwart. Die Grundregel beim Investieren lautet, kein Geld zu verlieren. Erst danach sollten Sie mit Ihrer Geldanlage die höchstmögliche Rendite nach Steuern anstreben. Und auch hier stehen die Ansichten des Value Investing im klaren Widerspruch zur öffentlichen Meinung. Die höchste Rendite bieten nämlich die Investments, die die größte Unterbewertung aufweisen und damit auch die sichersten sind. Benjamin Graham empfahl daher Aktien wie Lebensmittel zu kaufen und nicht wie Parfüm. Denn langfristig wird der Aktienmarkt den wahren Wert eines Unternehmens (und damit seiner Aktien) erkennen und entsprechend nach oben korrigieren.
Eingestellt: 28.08.2007 Zugriffe: 1195 | Anzahl Wörter: 310 | PDF-Ansicht
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