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Vorsorge mit der Rürup-Rente

Nach aktuellen Statistiken haben bislang rund 350.000 Verbraucher eine Rürup Rente abgeschlossen. Auf den ersten Blick erscheint das im Vergleich zur Anzahl der Verträge für die Riester Rente erstaunlich wenig, rechnet man aber einmal nach, sind selbst diese 350.000 Abschlüsse eine ganze Menge. Immerhin richtet sich die Rürup Rente in erster Linie an Selbständige und Unternehmer. Diese können einen bestimmten Anteil aller Einzahlungen steuerlich absetzen. Im Gegenzug müssen die Auszahlungen aus einem Rürup Vertrag versteuert werden.

Dabei gilt: Der zu versteuernde Anteil beträgt im Jahr 2007 54 Prozent und steigert sich pro Jahr um weitere zwei Prozentpunkte, bis 2040 die gesamten Auszahlungen einer Rürup Rente steuerpflichtig sind. Im Gegenzug können 2007 bereits 64 Prozent aller Einzahlungen steuerlich abgesetzt werden, was sich ebenfalls um zwei Prozent pro Jahr auf 100 Prozent ab dem Jahr 2025, begrenzt auf bis zu 20.000 Euro im Jahr, steigert. Jetzt können wir einmal nachrechnen, was zum Beispiel ein heute 30-jähriger Unternehmer in einen solchen Vertrag einzahlt, und was er bei einem angenommenen Rentenbeginn mit 60 herausbekommt. Gehen wir von einem Selbständigen aus, der ab 2008 monatlich 500 Euro in seinen Rürup Vertrag einzahlt, so ergeben sich Einzahlungen von insgesamt 180.000 Euro. Davon bekommt er bei einem angenommenen Steuersatz von 40 Prozent rund 97.000 Euro über seine Steuererklärung zurück. Seine tatsächlichen Aufwendungen belaufen sich also auf 83.000 Euro.

Nach den heutigen Angaben der Versicherer kann der Verbraucher bei einer Rürup Rente mit einer Verzinsung von ca. 3,5 Prozent pro Jahr rechnen. Zu Beginn der Auszahlungsperiode würde sich angespartes Kapital somit auf rund 310.000 Euro belaufen, was dann über einen Entnahmeplan zu einer monatlichen Rente von rund 1.300 Euro führt. Von dieser Rente sind dann allerdings, im Jahr 2038, bereits 98 Prozent zu besteuern und ab 2040 volle 100 Prozent. Somit ergibt sich eine Nettorente von rund 800 Euro monatlich. Jetzt legen wir dieselben 500 Euro pro Monat in einen stinklangweiligen Dachfonds zu erzkonservativen fünf Prozent pro Jahr an. Bis zum Auszahlungsbeginn mit 60 ergeben sich so Einzahlungen von 180.000 Euro und ein Endbetrag von rund 410.000 Euro. Ziehen wir davon die per Steuererklärung rückerstatteten Sonderausgaben bei der Rürup Rente von rund 97.000 Euro ab, verbleibt bei gleichem finanziellem Aufwand ein Kapitalstock von 313.000 Euro. Dieser führt ebenfalls zu einer Bruttorente von 1.310 Euro pro Monat.

Hier ist jedoch nur der Ertragsanteil im Zuge der Abgeltungssteuer mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag zu versteuern, in Summe also 26,4 Prozent. Das ergibt 60.720 Euro steuerliche Abzüge, wonach das für die Auszahlung zur Verfügung stehende Kapital sich auf rund 250.000 Euro reduziert. Das reicht aber immer noch für eine Nettorente von rund 1.050 Euro monatlich. Bei gleicher finanzieller Belastung während der Einzahlungsperiode kann über Fonds also eine um rund 25 Prozent höhere monatliche Nettorente erzielt werden und das bei angenommenen fünf Prozent Verzinsung. Jeder Anleger weiß, dass fünf Prozent langfristig eher die unterste Grenze der Verzinsung darstellen. Stellt sich nun die Frage: Rürup Rente oder doch besser Fondssparplan?

Eingestellt: 15.10.2007 Zugriffe: 357 | Anzahl Wörter: 485 | PDF-Ansicht

Über den Autor

Daniel Franke
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